09.11.2009 - Rheinische Post
Ratingen: Reise durch Kontinente und Jahrhunderte
Ratingen (RP) Phileas Fogg benötigte in dem Jules-Verne-Klassiker 80 Tage, um einmal um die Welt zu reisen. Die Besucher der Vocal Night, die im Rahmen des Voices- Festivals im nahezu ausverkauften Stadttheater über die Bühne ging, erlebten in rund vier Stunden eine musikalisch nicht weniger aufregende Reise, die sie zwar nur durch vier Kontinente führte, dafür aber auch fünf Jahrhunderte umspannte.
Mit dem jazzigen "Moondance", einem Klassiker von Van Morrison, startete Vinx die Reise durch die Musikkulturen. Seine warme Intonation und ein dosierter Echo-Effekt ließen die Töne schweben. Mit Hilfe einer Loop-Machine produzierte er live Tonschleifen, und wie ein Konditormeister, der eine dünne Biskuitschicht nach der nächsten zu einem Baumkuchen auftürmt, legte Vinx, der sich gelegentlich auch auf der Djembe begleitete, die Soundschleifen übereinander. So erklang fast immer ein Trio mit Kontrabass, Perkussion und Stimme und füllte die Halle mit einer unter die Haut gehenden Klangintensität. Das Repertoire reichte von Eigenkompositionen wie "Tell My Feet" über Soul-Klassiker wie "Ain't No Sunshine" bis hin zu Jazz-Standards wie "Funny Valentine". Kompakt, aber musikalisch absolut souverän und nicht zuletzt sehr humorvoll präsentierte Vinx nordamerikanische Musik, von afrikanischen Roots über Blues, Soul und Jazz bis zu Pop.
Mit der in Brasilien geborenen Sängerin Viviane de Farias ging die Reise weiter nach Südamerika. Ihre Begleitband mit Kim Barth (Saxofon und Flöte), Martin Sasse (Piano) sowie den Brasilianern Mauro Martins (Schlagzeug) und André Cayres (Bass) sorgte mit "Samba Night" für eine temperamentvolle Einstimmung. Etwas ruhiger, aber deswegen nicht mit weniger Ausstrahlung waren die Lieder, die Viviane de Farias, zumeist von ihrem aktuellen Album "Moment of Passion", mit sehr gefühlvoller Stimme intonierte.
Nie oberflächlich folkloristisch
Bossa Nova, Samba und ganz kurz sogar Hip-Hop-Anleihen sang eine Sängerin, die die Traditionen eines Antonio Carlos Jobim exzellent mit moderneren Stilrichtungen zu verquicken wusste, und so nie den Eindruck folkloristischer Oberflächlichkeit aufkommen ließ. Von Südamerika ging es dann ins alte Europa der Klassik, von wo aus wieder ein Bogen nach Afrika gespannt wurde. Der Pianist Roland Guggenbichler hatte mit dem Projekt "MoZuluArt" die Idee, klassische Mozartklänge, darunter die Zauberflöten-Arie des Sarastro "In diesen heil'gen Hallen", mit dem traditionellen Gesangsstil der Zulustämme aus Zimbabwe zu vereinen. Instrumentale Unterstützung kam vom Ambassade-Quartett, einem Ensemble junge Streicher der Wiener Symphoniker. Ramadu, Vusa Mkhaya Ndlovu sowie Blessings Nqo Nkomo aus Zimbabwe sangen nicht nur auf den Punkt, auch beherrschten sie die Tänze ihrer Heimat mit verblüffender Behendigkeit. Eine Melange, die nicht als weltmusikalische Eskapade abgetan werden konnte, sondern eindrucksvoll die kulturenübergreifende Wirkung von Musik unter Beweis stellte. Frenetischen Applaus ernteten am Ende alle Akteure der Vocal Night.
Quelle: RP
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Hannoveraner Allgemeine Zeitung 28.04.2008
von Corinna Korthals
Ins Herz getroffen
Drei auf einen Streich: Ein Musikensemble allein reichte für das Eröffnungskonzert der 8. internationalen A-capella-Woche Hannover am Sonnabend nicht aus. „Wir bieten Ihnen die Gruppen, die internationale Preise abgeräumt haben“, kündigte Organisator Roger Cericius (…) selbstbewusst im ausverkauften Schauspielhaus an. Klangbezirk aus Berlin, VINX aus den USA und die Lokalmatadore Vocaldente hielten beim Auftakt das, was er versprach. (…)
Der heimliche Star des Abends war die sogenannte Loop-Station – ein Bodenpedal, mit dem man Musik live aufnehmen und sofort in einer Schleife ablaufen lassen kann. (…)
VINX aus den USA verzichtete auf aufwendige Choreographie. Ihm genügten ein Barhocker, eine Trommel das Mikrophon und natürlich die Loop-Station. Mit sanftem Bariton erfüllte der Solokünstler das Schauspielhaus: so butterweich, so zart, als ob er von einem Heer von Streichern umgeben wäre – eine One-Man-Show, die Ihresgleichen sucht. Kein Wunder, dass das letzte Ensemble des Abend (…) beinahe ehrfurchtsvoll die Bühne betrat. (…)
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Neue Presse 28.04.2008
A-cappella-Start: Von brav bis scharf alles dabei.
HANNOVER. Klasse Start für Hannovers Internationale A-cappella-Woche: ausverkaufte Shows, viel Applaus. (…)
Ganz allein wagte sich (…) ein massiger Schwarzer auf die Bühne. Und was VINX mit seiner Stimme anstellte, war eine Augen- und Ohrenweide. Der Mann, der einst zum US-Dreisprung-Team bei der letztlich boykottierten 1980er Olympiade in Moskau gehört hatte, lebte seine Songs mit jeder Faser seines Körpers. Eine begnadetere Version von Van Morrisons „Moondance“ hat selbst der härteste A-cappella-Fan noch nicht gehört.
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